Reinhard Wiesemann
Erfinder

Wirtschaft und Gemeinwohl verbinden
Gewerbliche Startups haben oft eine bemerkenswerte Dynamik, mit der gemeinnützige Organisationen meist nicht mithalten können. Gleichzeitig verfolgen einige dieser Startups mit kommerziellen Mitteln Ziele, die sehr nahe an den Satzungen gemeinnütziger Organisationen sind. Meine Idee ist deshalb, beide einander näher zu bringen, und ich habe mit der gemeinnützigen PHINEO AG vereinbart, dass wir folgendes Modell erproben:

Ich selbst werde als Spender auftreten, und die PHINEO AG stellt die gemeinnützige Organisation dar, die entscheidet, wie und an welchen "Startups mit Impact" sie sich beteiligen will.
Wenn sich das Modell bewährt, dann kann es auf die unterschiedlichsten Beteiligten ausgeweitet werden. Denkbar wäre auch, dass gemeinnützige Organisationen nicht nur von einem Spender eine Zustiftung für die Beteiligung an einem Startup bekommen. Sie könnten auch intern eine Art "Fonds" schaffen, in den viele Spender zustiften und aus denen dann Beteiligung an vielen Impact-Startups erfolgt.
Hintergedanken ;-)
Investment & Spende verbinden
- Es gibt sicherlich Menschen, die Impact-Startups fördern, aber nicht selbst als Investoren darin involviert werden möchten. Auf der anderen Seite gibt es gemeinnützige Organisationen, deren satzungsgemäßer Zweck sehr nahe an dem ist, was bestimmte Startups inhaltlich voranbringen. Wenn diese drei (Spender, gemeinnützige Organisation und Impact-Startup) auf diese Weise zusammenkommen, ist allen gedient, und der gemeinnützige Zweck wird gefördert.
- Ältere Spender können auf diese Weise unabhängig von ihrer Person und über ihren Tod hinaus ein Thema fördern, ohne rein in den gemeinnützigen Sektor zu gehen.
Vielfalt
- Ich glaube nicht daran, dass ein System allein gut funktionieren kann. Ich liebe die Kombination, das Miteinander verschiedener Ansätze
- Das Schöne bei diesem Modell ist, dass gewerbliche und gemeinnützige Interessen in der Eigentümerschaft eines Impact-Startups vereint werden und dass dahinter private Spender involviert sind. Alle drei Bereiche - siehe Kapitel "Freiheit".
Freiheit
- Die größten Freiheiten in Deutschland hat eine Privatperson: Ihr Tun wird von den wenigsten Gesetzen beeinflusst, sie kann Geld für jeden Zweck ausgeben, braucht keine Beschlüsse oder Freigaben dafür und muss sich auf keine späteren Kontrollen vorbereiten.
- Etwas weniger Freiheiten haben mit eigenem Kapital arbeitende Unternehmer: Sie müssen Gewinnerzielungsabsicht nachweisen, dürfen dann aber fast alles tun, was Privatpersonen auch dürfen. Doch sie müssen sich auf Kontrollen vorbereiten.
- Die geringsten Freiheiten haben diejenigen, die fremdes Geld verwalten: Wer als Unternehmer anderer Leute Geld einsetzt, muss sich seinen Geldgebern gegenüber verantworten. Und wer als Staatsbediensteter oder im Rahmen gemeinnütziger Institutionen öffentliche Gelder verwaltet, muss sich vor und nach jeder Handlung rechtfertigen.
Dementsprechend ist auch das Freiheitsgefühl und die Experimentierbereitschaft in diesen drei Bereichen höchst unterschiedlich. Und vielleicht können gemeinnützige Ziele besser verfolgt werden, wenn alle drei Bereiche kombiniert werden - wie es bei diesem Ansatz der Fall ist.